Veranstaltungshinweis

Bürgerinformationsmärkte des Netzbetreibers TenneT - vertreten Sie Ihre Interessen

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wir möchten Sie hiermit dringend auffordern der Einladung des Übertragungsnetz-betreibers TenneT zu den anstehenden Bürgerinformationsmärkten hinsichtlich der Aufrüstung der Wechselstromleitung P53 ("Juraleitung") von 220 kV auf 380 kV nachzukommen. Auch wenn man über den Zeitpunkt und Form der Bürgerbeteiligung unterschiedlicher Auffassung sein könnte, legen wir Ihre Teilnahme Ihnen hiermit ans Herz.

 

Scheuen Sie sich nicht Ihre Meinung und ggfs. neue, bislang nicht offerierte Trassenvarianten in die Diskussion zu bringen. Die Trassenplanung wird zu dem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sein. 

 

Bedenken Sie die künftige Erhöhung der medizinisch kritischen Stromstärke um mindestens den Faktor 6 auf 4.000 Ampere. "In bestehender Trasse" zu planen ist auch entgegen den Empfehlungen namhafter Forschungsinstitute, die selbst vom Bundestag beauftragt wurden,  sowie schriftlich belegten Aussagen des Bundesamtes für Strahlenschutz, das sich auf das Vorsorgeprinzip berufend, ebenfalls die Einhaltung von Mindestabständen zusätzlich zu den unverhältnismäßig hohen deutschen Grenzwerten reklamiert.

 

Fordern Sie die Einhaltung von mindestens 400 m Abstand zwischen künftiger Höchstspannungsleitung und Wohnbevölkerung ein.

 

Die kürzlich verabschiedete NABEG-Novelle (Netzausbaubeschleunigungsgesetz) greift (verfassungsrechtlich fragwürdig) tief in die Autonomie von Land und Kommunen ein. Wir erwarten noch Nachbesserungen an dem Gesetzesentwurf, da nach Expertenaussagen diese Gesetzesinitiative aus verschiedenen darzulegenden Gründen gegen EU-Recht verstößt. Bislang existierende Ermessenspielräume müssen zu Gunsten der Wohnbevölkerung genutzt werden und dürfen nicht nur auf dem Papier stehen.

 

Lassen Sie sich nicht weismachen, "Wohnumfeldschutz" hätte nichts mit Gesundheit zu tun. Das mag für Regelungen in anderen Bundesländern gelten, jedoch nicht in Bayern.  In der nach dem Bayerischen Landesplanungsgesetz für die Begründung der Teilfort-schreibung des Landesentwicklungsprogrammes (LEP) fest vorgeschriebenen „zusammenfassenden Erklärung“ wird der Wohnumfeldschutz explizit mit dem zu priorisierenden Schutzgut Mensch „einschließlich menschlicher Gesundheit“ verknüpft

Quellenanchweis. Verknüpfung von Wohnumfeldschutz und menschliche Gesundheit in der nach BayLplG verpflichtend vorgeschriebenen "Zusammenfassenden Erklärung" zur Teilfortschreibung des Bayerischen Landesentwicklungsprogrammes (LEP), Seite 5.

Widerstehen Sie verharmlosenden Vergleichen mit der uns umgebenden Alltagselektronik, es steht Ihnen persönlich nämlich nicht frei eine 4000 Ampere-Stromleitung des Nachts, wenn der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Vitalität zur Ruhe kommen muss, einfach abzuschalten. Es steht Ihnen aber frei Ihre Alltagselektronik vor allem des Nachts auszuschalten.

 

Es geht somit um Ihre Autonomie wie lange Sie sich der elektromagnetischen Strahlung aussetzen. Unterschätzen Sie nicht die bislang bekannten Studienerkenntnisse zur elektromagnetischen Strahlung von Höchstspannungsleitungen (≥ 220 kV). Weitere bereits beauftragte Langzeitstudien werden erst in ein paar Jahren abgeschlossen sein - bis dahin wird die Juraleitung bereits aufgerüstet sein. Lassen Sie uns gemeinsam und solidarisch einen wohnbevölkerungsverträglichen Verlauf finden, der ALLEN Anwohner in der gesamten Region eine "medizinische" Betroffenheit von Null gewährleistet.

 

Die Suche nach einem  medizinisch unkritischen Trassenverlauf ist keine Huldigung des St.-Florian-Prinzips, sondern aktive in den Jahrzehnten von den vormals Verantwortlichen vernachlässigte Gesundheitsfürsorge. Umgekehrt, gerade das bewusste Tolerieren, dass anderenorts die medizinische Betroffenheit zugelassen wird, wenngleich es alternative medizinisch-unkritische Trassenverläufe gäbe, entspricht vielmehr diesem amoralischen Handlungsansatz.

 

Betroffenheit ist nicht das Ertragen eines Strommastes in der Entfernung von 1 km, sondern ausschließlich die Unterschreitung des MEDIZINISCH notwendigen Mindestabstandes von 400 m zur Wohnbevölkerung. 

 

Bitte helfen Sie uns das Ziel einer "medizinischen" Betroffenheit von null bei der Aufrüstung der P53-Juraleitung für alle Bürger und ihrer nachfolgender Generationen in unserer (bislang noch) vitalen Region zu erreichen.